Podcasts zum Lernen

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Hier der Bereich für die Podcast-AG.

Wir möchten Sie auf eine kleine Rundreise in die Welt des Audio-Bloggens (auch Podcasting genannt) mitnehmen und dabei Wissenswertes, selbst Erfahrenes und Probleme, sowie die Faszination am Do-it-Yourself-Radio-machen weitergeben.

Der Einfachheit halber bauen wir uns zusammen Schritt für Schritt den ersten Podcast.

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] In welchem Rhythmus möchte ich ausstrahlen?

Man ist ja schnell begeistert - vor allem von neuen Sachen. Doch so schnell die Freude (Motivation) kommt, so verschwindet sie auch. Deswegen sollte man realistisch bedenken wieviel Zeit ich für den Podcast habe.

Üblich sind wöchentliche, zweiwöchentliche oder Monatspodcasts. Nur die hart Gesottenen machen es täglich - dann lebe dieser aber auf davon. Annik Rubens - bekannt aus Schlaflos in München - hatte ihren Podcast eine Zeit lang täglich ausgestrahlt. Sie ist die Vorzeigepodcasterin und Koriphäe der Podosphäre - ein Vorbild, wenn man sich im Podcasten versuchen will und hören will wie man das so macht mit dem Menschlichen und so :) .

[Bearbeiten] Was brauche ich zum Erstellen eines Podcasts?

Wir machen einfach mal eine Strichliste.

    • Webspace - entweder persönlicher oder z.B. bei PodHost.de
    • ein Mikrofon - es muss kein 100EURO teures sein, ein handelsübliches Headset langt. Ich habe z.B. ein Sennheiser-Headset, das ziemlich gute Qualität liefert.
    • Software zum Aufnehmen - dabei ist Audacity ein oft benutztes Tool. Die Oberfläche ist einfach und einleuchtend. Man kann einfach loslegen und sich auch mehr und mehr reinfuchsen. Für Mac-User empfiehlt sich z.B. GarageBand - das hat ein Feature, das einem erlaubt, während Musik im Hintergrund läuft, zu sprechen und dabei dennoch gehört zu werden, weil die Lautstärke der Hintergrundmusik automatisch runtergeregelt wird. Das funktioniert gut.
    • Motivation (Eigenantrieb) - nichts stärker als der Wille und genau der muss hochgehalten werden, wenn man in der sogenannten Podosphäre (so heißt die Welt der Podcast) bestehen will.

[Bearbeiten] Wieviel Zeit brauche ich bis eine Podcast-Folge online verfügbar ist?

Dazu sollte man die drei Schritte bedenken, die es im Podcasting gibt.

[Bearbeiten] Pre-Production

  • In dieser Phase macht man sich einen Kopf worum es in der Folge gehen soll. Der grobe rote Faden wird gestrickt. Manche Podcasts leben allerdings davon, dass es eben kein Ablaufschema gibt - Adam Curry ist mit seinem Podcast 'No Agenda' ein sehr bekanntes Beispiel dafür.

Zeitlicher Aufwand: da man sich nicht nur kurz vor der Aufnahme der Folge Gedanken macht, ist hierbei der zeitliche Aufwand schwer einzuschätzen. Je nach Länge kann dieser von 5/10 Minuten bis zur einer halben/vollen Stunde anwachsen.

[Bearbeiten] Live-Production

  • Hier wird gesprochen. Wichtig ist: NATÜRLICH BLEIBEN. Das was Podcasting ausmacht, ist das Menschliche. Hier sollen keine Radiomoderationssprüche nachgeplappert werden, um damit besser rüberzukommen. Die Zuhörer merken es, wenn man künstelt. Also lieber auch mal von dem schlechten Tag erzählen und seine vielleicht gerade missliche Stimmung erklären, um damit die Herzen der Zuhörer zu gewinnen. Nichts ist schöner als Sprecher mit Ecken und Kanten - wir möchten ja kein durchgeplantes kommerzielles Formatradio mit immer gut gelaunten (total überdrehten, überfreundlichen) Moderatoren. Wem danach ist, derartiges zu imitieren, soll das machen. Die Anzahl der Zuschauer wird sich vermutlich um Null bewegen, wenn es sich nicht gerade um eine satirische Auseinandersetzung mit den Massenmedien handelt.

Auch beachten sollte man in angenehmer Lautstärke zu reden, unschöne Laute zu vermeiden (Aufstoßen, lautes Atmen ins Mikrofon u.ä.) und nicht einschläfernd werden. Sobald man merkt, man langweilt sich selbst mit dem was man spricht, sollte man so kritisch sein und sich überlegen, dass sich Menschen das anhören. Podcasting ist auch Entertainment, wobei man gerade weil die Information auch immer wichtiger wird man von Infotainment spricht.

Bedenken sollte man auch die Netiquette - beleidigende Äußerungen sind genauso daneben wie Schlechtreden und dergleichen. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit Podcast als "EXPLIZIT" zu kennzeichnen - dann hat man zumindest eine Art Warnung vor ausdrücklichem und reichhaltigem Wortschatz.

Zeitlicher Aufwand: Die Frage ist einfach beantwortet - je länger du quatschst umso höher der Aufwand ;) .

[Bearbeiten] Post-Production

Alles ist im Kasten. Alles wurde aufgenommen *puh*. Doch jetzt geht die Arbeit erst los. Denn hier und da klappt das vielleicht mit den Übergängen noch nicht. Das eine Jingle kommt noch zu früh, die Lautstärke ist hier noch zu hoch und und und. Sprich: Jetzt wird gefriemelt. Wobei das nicht sein muss. Denn Podcasts leben davon, auch nicht professionell zu sein. Patzer hier und da werden toleriert und sind auch gewünscht. Dennoch ist es - je nachdem wie es mit dem Eigenantrieb aussieht - oft nur eine Frage der Zeit bis man sich in die Professionalisierung wagt. Man will ja zeigen was man kann - der Podcast ist ja auch ein gewisses Aushängeschild für die Öffentlichkeit. Für Menschen, die sonst nicht in der Öffentlichkeit stehen, ist das vielleicht ein ganz neues Gefühl. Aber man muss wirklich bedenken: Ja, das kann jetzt jeder hören - wann und wo er will. Radio zum Mitnehmen, Radio to go.

Zeitlicher Aufwand: Hier kommt es auch drauf an, wie man bereits in der Pre-Production vorgearbeitet hat. Sind alle Einspieler, Jingles und sonstige Audioschnipsel schon fertig geschnitten oder muss das noch gemacht werden - das ist die Frage. Da man die aufgenommene Audiodatei noch hochladen, einen Begleittext verfassen (z.B. im Blog) und publizieren (z.B. iTunes, Podcast.de) muss, kann sich der zeitliche Aufwand auch von 5/10Minuten bis zu einer halben/vollen Stunde ausweiten.

Meine Erfahrung sagt mir, dass ein Podcast (10-20 Minuten Länge) etwa 2 bis 2.5h benötigt, bis alles fertig abrufbar und eventuell lesbar ist. Damit ist auch die Frage endgültig geklärt, wie oft das neue potentielle Hobby am Wochenende oder in der Woche in die Produktion geht.

[Bearbeiten] Ich will jetzt produzieren - wie mach ich das?

Du schnappst dir ein Aufnahmetool (z.B. die Software Audacity), legst dein Mikrofon bereit oder schnallst dir dein Headset um den Kopf. Achte auf die richtige Aufnahmelautstärke - aus der Erfahrung würde ich 89% empfehlen.

Überprüfe in den Einstellungen bei Audacity die richtige Aufnamequelle und wähle zwischen Stereo und Monoaufnahme aus. Wenn man nur spricht, reicht Mono. Für einen musikalisch geprägten Podcast empfiehlt sich Stereo.

Wenn alles vorbereitet ist, geht man seinen roten Faden nochmal durch (auf Papier oder im Kopf) und drückt den Aufnahme-Knopf.

Jetzt nimmt man endlich auf und stellt sich seiner eigenen Stimme (viel mehr werden zu diesem Zeitpunkt nicht hören, was man da fabriziert). Jetzt kommt es darauf an, wieviel Entertainer-Qualität in einem selbst steckt. Es ist nicht leicht, nur mit der Wand zu reden - aber das Gefühl muss man einfach überwinden. Man produziert schließlich für ein theoretisch unendlich großes Publikum - behält man also die potentiellen Hörer des Internets im Kopf, behält man ziemlich gut seine Motivation.

Übrigens sind Pausen, Patzer, Versprecher kein Problem. Eine Sache, die man aber auf jeden Fall beachten sollte: Bitte exportiert bzw. speichert das Aufgenommene in guter Qualität. Der spätere Zuhörer wird es Ihnen danken.

Speichern ist ein gutes Stichwort, denn es kann auch vorkommen, dass man während seiner Aufnahme kurz pausieren muss (sei es ein Familienmitglied kommt ins Zimmer und möchte etwas oder der Hund bellt, die Katze schnurrt/miaut zu laut). Dann kann man ganz elegant fortfahren - bei Annik Rubens steht ihre Katze das eine oder andere Mal im Mittelpunkt des Geschehens (kommt drauf an wie "cool" man in solchen Situationen bleibt/ist) - oder speichert erstmal ab. Eine gute Aufnahme ist viel mehr wert, wenn sie überhaupt noch existiert. Deswegen merken - Aufnahmen wo es geht speichern.

Hinweis: Benutzt man für seinen Podcast ein Intro-Jingle und/oder Outro-Jingle sollte man diese als Rohvorlage für weitere Folgen abspeichern - damit erspart man sich unnötige Vorbereitungsarbeit und -zeit.

Hat man alles fertig aufgenommen, hier und da vielleicht noch einzelne Stücke arrangiert, speichert man alles als MP3-Datei - das ist üblich und wird von allen gängigen Programmen verstanden. Beim qualitativen Minimum würde ich 64kbit/s (Joint Stereo) empfehlen - 32kbit/s hatte ich schon mal ausprobiert und ist noch akzeptabel. Eine Folge hatte ich auch schon (aus Platzmangel bei meinem Podcast-Hoster "Podhost.de") in 16kbit/s aufgenommen - das darf man keinem Gehör antun, als bitte vermeiden!

Nun muss die Mp3-Datei noch mit Metadaten gefüllt werden. Dazu gehören Künstlername, Albumname (hier könnte der Name des Podcasts rein), das Genre (am besten Podcast) und eine Lizenz.

Natürlich kann man seinen Podcast komplett dem Urheberrecht unterziehen und somit sein kreatives Werk schützen - dabei muss man aber auch beachten, dass selbst keine urheberrechtlich geschützten Werke im eigenen Podcast enthalten sein dürfen. Vorsicht ist also geboten!

Wenn man sicher gehen will, benutzt man z.b. für sein Vor- / Nach- oder Zwischendrinjingles Musik, die unter der Creative Commons (CC) Lizenz vertrieben wird. Dabei entscheidet der Urheber wie mit seinem Werk verfahren werden darf.

Ich bin ein Freund der CC-Lizenz by-nc-sa - das heißt, dass ich als Urheber genannt werden muss, kommerzielle Nutzung ausgeschlossen wird und das Werke bearbeitet werden und unter gleichen Bedingungen (by-nc-sa) weitergegeben werden kann.

Jetzt kann man die Mp3-Datei z.B. in iTunes noch mit einem Bild versehen werden, dann sieht man das auf seinem iPod oder anderem Mp3-Player mit einem ausreichend großen Display auch noch und kann sich darüber erfreuen ;) .

Finally, muss die Folge noch hochgeladen werden - ich erspare mir in diesem Fall die Tipparbeit und verweise auf den gelungenen Artikel im Blog von Podcast.de (eine gute deutsche Seite und Anlaufstellte für deutschsprachige Podcasts!).

Damit ist die Katze im Sack und der Podcast fertig. Denkt man!

Doch in Wirklichkeit ist es jetzt wichtig, das Ganze zu propagieren. Dazu kann man z.B. im Podcast-begleitenden Blog bei Podhost.de einen kurzen Text verfassen und am die Folge anzuteasern. Möchte man zusätzlich noch den Weg in die iTunes-Datenbank nehmen, schreibt man bei Podhost.de alle nötigen iTunes-Meta-Daten rein und reicht den Podcast-RSS-Feed des Weblogs bei iTunes ein. Dann heißt es warten - wenn man Glück hat ist in wenigen Tagen bei der Suche nach seinem Podcast in iTunes gelistet. Dauert es mehr als zwei Wochen, sollte man nochmal anfragen. Die iTunes-Mitarbeiter antworten zwar nicht, aber machen dann ihre Arbeit (so meine Erfahrung).

Nun - ist wirklich alles fertig. Und das ganze hat nicht weniger als ein paar Stunden gedauert - je nach Podcastlänge weniger oder mehr. Jetzt darf man warten, ob Reaktionen kommen oder sich keiner meldet. Wenn man sich dafür interessiert, wie beliebt der eigene Podcast ist, kann man in iTunes die Beliebtheit direkt auslesen oder man stellt den Podcast-RSS-Feed in Feedburner und schaut wieviele abonnieren.

Ansonsten heißt sich selbst Mut machen und durchhalten - wichtig ist der Spaß dabei. Hat man ihn nicht, hören das die Zuhörer - ganz sicher!

[Bearbeiten] Was gibt es noch in der Podosphäre?

Neben dem Erstellen und Produzieren wartet natürlich auch das pure Konsumieren auf den Interessierten - für die meisten ist dies der Einstieg in Podcasts.

An dieser Stelle möchte ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und ein paar persönliche Podcastempfehlungen der Reihe nach aussprechen:

  • Schlaflos in München (von Annik Rubens) - Thema: die Podcasting-Koriphäe über ihr Leben - was sie schafft und macht (oft thematisiert Bücher, Jobs/Aufträge, teilweise Kinofilme und Web 2.0)
  • Blogschau (von der Deutschen Welle) - Thema: "a weekly show about blogs and the world wide web in generell" (Zitat vom Twitter-Account)
  • Daily Source Code (Adam Curry) - Thema: etwa immer eine Stunde pures Entertainment vom Podcast-King (als Ex-MTV-VJ natürlich mit viel Musik)
  • MotorFM Podcast (u.a. mit Max Spallek) - Neuvorstellungen von alternativer (meist rocklastiger) Musik, die in den gleichnamigen Radiosender (zeitlich oder programmtechnisch) nicht mehr gepasst haben
  • Technikwürze (u.a. mit David (macx) Maciejewsk) - Thema: Design und Webstandards
  • Bits und So (u.a. mit Timo Hetzel) - Thema: Technik, Software, Mac und immer ein bisschen Meckerecke

Für ganz Verzweifelte bietet die eben angesprochene Annik Rubens eine Webseite mit (99!) subjektiv ausgesuchten und sporadisch aktualisierten Podcasts - namens 99podcasts.de

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